In den leerstehenden Räumen der früheren
»Wagenfabrik Konrad Hörger« begann man mit der Reparatur von
Kraftfahrzeugen. Bald wurden auch Taxen, Liefer- und Lastwagen, Cabriolets, und
vereinzelt auch schon Krankenwagen gebaut.
Nach dem Krieg begann der zweite Neuaufbau in modernen Produktionsstätten, die Zug um Zug am Stadtrand von Lorch
entstanden und eine rationelle Fertigung erlaubten. Hier werden heute moderne Kranken-
und Rettungswagen entwickelt und gefertigt, die dem Unternehmen Weltruf einbrachten.
Zwischen 1945 und 1955 baute BINZ große Serien an Fahrerhäusern für
Daimler, Krupp, Steyr und Gutbrod. Liefer- und Kastenwagen lange bevor die
großen Automobilwerke eigene Versionen auf den Markt brachten verließen das Werk in Serien von nicht
selten über 10.000 Stück.
Aber auch maßgeschneiderte Kleinserien und beachtliche Einzelfertigungen die beste Übung für eine
kundenorientierte Produktion kamen von hier. Taxen
auf Mercedes-Benz-Fahrgestellen: Als Sieben-Sitzer mit Lederpolsterung hatten sie eine feste Trennwand mit Schiebescheiben.
Der Roadster Anfang der Fünfziger Jahre entwickelt und gebaut
fand in seiner eleganten Linienführung Beachtung. Noch mehr Aufsehen erregte der wohl auf der Welt einzigartige
Stationwagon vom Typ Mercedes-Benz 300. Und die Tradition von
BINZ Stretch-Limousinen und Pick-up-Fahrzeugen
reicht in jene Zeit zurück. Einen Ausflug in die Welt der Zweiräder wagte BINZ 1954 mit dem
»Stadtroller«.
Einige Jahre später entstand auf Basis des
BMW V8 ein Krankenwagen der besonders eleganten Art.
Während zu dieser Zeit andere Karosseriefirmen ihre Aufbauten noch mit beblechtem Holzgerippe fertigten,
ging BINZ Fortschritt hat hier Tradition zum Bau von Ganzstahlkarossen über. So entstanden 1955
die ersten Mercedes-Krankenwagen vom Typ 180. Bei einem Personalstand von damals
150 Mitarbeitern, wurden sie in großer Serie
gebaut und nicht nur für den Krankentransport geordert. Damals schon gingen sie
in alle Welt und aus der ganzen Welt fand die
Anerkennung den Weg zu BINZ zurück.
Bald ließen Fortschritte in der Medizin erkennen, daß Krankenwagen mit herkömmlicher Innenlänge
nicht mehr ausreichten. Die Ingenieure von BINZ entwickelten den um 650 mm verlängerten
Krankenwagen für das Mercedes-Benz W110 Fahrgestell.
Im Lauf der Jahre entstand in enger Zusammenarbeit mit »Rettungsprofis« ein
breites Fahrzeugprogramm für das Krankentransport- und Rettungswesen, immer auf
dem Stand der Technik, sowohl im zivilen Bereich als auch bei der
Sanitätsausrüstung für den militärischen Bereich. Kreatives
Denken und Planen führte zu neuen verbesserten Produkten. BINZ Ambulance ist inzwischen bei Fachleuten zu einem
festen Begriff geworden und eine ganze Reihe patentgeschützter BINZ-Entwicklungen
sind mittlerweile Standard im Rettungsdienst. Das BINZ-Quick-Set, die BINZ-Thermobox, die
BINZ-Hydropneumatik-Patientenlagerung, sind nur einige Beispiele für das legendäre Innovationsvermögen
von BINZ (»Krankenhaus TECHNIK« 9/86):
Nach dem Fall der Mauer kam 1991 mit Ilmenau in Thüringen ein zweiter Standort
hinzu, der mit der Austattung mobiler Systeme für Medizintechnik, Umwelttechnik, Brand- und Katastrophenschutz
die bisherige Angebotspalette erweitert.
Die vielseitige Erfahrung aus über 60 Jahren Spezialfahrzeugbau stellt BINZ Ambulance heute in den Dienst der
Kunden. Das bisher Geleistete ist eine gute Grundlage um voller Zuversicht in die Zukunft zu sehen und gleichzeitig
Ansporn, weiterhin nach Perfektion zu streben.