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Automobile kauften Anfang des 20. Jahrhunderts hauptsächlich Adelige und Industrielle. Natürlich gehörte auch das deutsche Kaiserhaus von Wilhelm II zu den Kunden.
Eines Tages stand wieder eine Limousine zur Abholung im Daimler-Werk Canstatt bereit, als der Hofmarschall erschien, um das Fahrzeug zu inspizieren und zu übernehmen. Kontrolle war angesagt! Er schaute sich den Wagen von der Seite an und verlangte nach einem Zollstock. Nachdem er die seitliche Tür zum Fond aufgemacht hatte, und die Öffnungsbreite maß, rief er: „Ich muß den Wagen stehenlassen!“
Alle Umstehenden erschraken. „Die Tür ist nur 60 cm breit – die Kaiserin trägt einen breitkrempigen Florentinerhut – und wir können ihr nicht zumuten, daß sie, wie der Ulmer Spatz, mit schrägem Haupt in das Fahrzeug einsteigt.“ Jetzt war guter Rat teuer.
Da zupfte ein junger Mitarbeiter den Oberingenieur Schulz am Jackett, dieser blickte unwirsch um sich. Der junge Mann sagte kurz: „Herr Oberingenieur, wenn die Schlosser den Fahrgestellrahmen verlängern, das mit der Karosse und der breiteren Tür mache ich schon, das ist etwas für mich.“
Die Schlosser verlängerten den Rahmen, die Karosse – sie bestand ja noch aus einem Holzgerippe – wurde abgenommen und im Türbereich quer zum Aufbau auseinandergeschnitten und auseinandergezogen. Dann schäftete man 30 cm dazwischen, machte zwei neue, breitere Seitentüren, beblechte und lackierte alles neu, und der Handel war gerettet. Jener fixe Mitarbeiter hieß Michael Binz.
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